Nina E. Schönefeld 

  • Instagram

KURZVITA Nina E. Schönefeld wurde in Berlin geboren. Sie ist halb Polin und halb Deutsche. Sie studierte an der Universität der Künste in Berlin (UDK) und am Royal College of Art in London. Seit einigen Jahren hält sie an privaten Kunsthochschulen Vorlesungen im Fachbereich Bildende Kunst. Zusammen mit Marina Wilde gründete sie "Last Night In Berlin", ein Kulturprojekt/Blog, das Kunst-Eröffnungen in Berlin dokumentiert. Sie hat einen Master of Arts und einen Doktortitel in Kunsttheorie (Dr. Phil.). Schönefeld lebt und arbeitet in Berlin (& manchmal auf Ibiza).

 

 

Für die Ausstellung CONTEMPLATIO produziert die Künstlerin Nina E. Schönefeld momentan ein eigenes Video. Durch die angeordnete Kontaktsperre, verfolgt sie – vorwiegend isoliert von der Außenwelt – die aktuellen Weltentwicklungen. In ihrem Studio kreiert die Videokünstlerin daraus (plus aus einem großen Fundus an Recherchematerial) eine subjektive Zukunftsversion, in dem sie die Handlung ins Jahr 2023 verlegt. Unter dem Titel N. O. R. O. C. 2. 3. wird das Leben, während einer weltweiten pandemischen Krise, in düsteren Bildern transportiert. Es geht um das Gefühl der ständigen Unsicherheit und einer Panik stiftenden, unsichtbaren Bedrohung. Historische Zitate, Passagen aus Romanen, Serien und Filmen, politische Reden und Medienberichte aus unterschiedlichen Epochen unserer Geschichte werden, in einer Art Collage, zu einem Stimmungsbild zusammengesetzt. Dieser narrative Aspekt des Videos wird begleitet von starken Szenen, die alle bei Nacht spielen. Im Mittelpunkt: vier Protagonistinnen, die durch entleerte Städte streifen, deren Stille ein trügerisches Gefühl vermittelt. Auf der Suche nach einem Ausweg wissen sie nicht, was der nächste Tag mit sich bringt. Schönefelds optimistische Bilanz am Ende des Videos: Aus dem Stillstand erwächst Neues. 

Neben der Videoarbeit N. O. R. O. C. 2. 3. wird die Textilskulptur #Preppercoat aus dem Jahre 2016 gezeigt. Der Begriff "Prepper" bezieht sich auf Überlebenskünstler, die sich aktiv auf Notfälle vorbereiten, einschließlich möglicher Störungen der sozialen oder politischen Ordnung. Die Arbeit wurde während der Manifesta/Manifestina 2016 (kuratiert von Christian Jankowski und Maurizio Cattelan) in Zürich zum ersten Mal präsentiert. #Preppercoat war dort Teil der Performance-Serie »Some Demonstrations« von Charlie Stein. Am Ende der Performance-Serie verschwand Charlie Stein im goldenen Mantel von einem Hubschrauber-Stützpunkt in den Schweizer Alpen – dabei hat sie alles, was ein echter Prepper zum Überleben braucht, wenn er auf der Flucht ist: Zahnbürste, Alkohol, Waffen, Werkzeuge, Prepaid-Telefone und Goldmünzen... 

Text: Barbara Green, Foto: Oliver Jackel (Portrait & art works)

@2020 / contemplatio / Berlin