Manfred Peckl 

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KURZVITA Der österreichische Künstler Manfred Peckl (*1968) lebt und arbeitet in Berlin. Von 1988-1990 studierte er an der Hochschule für Kunst und Gestaltung in Linz, darauf folgend an der Städelschule in Frankfurt bei Professor Raimer Jochims. Ausgangspunkt für Peckls Arbeiten sind Landkarten und Werbeplakate aus dem öffentlichen Raum, die er mit dem Schredder in gleichmäßige Streifen schneidet und sie dann nach Farben sortiert. Im SS 2004 und WS 2005 hatte er einen Lehrauftrag für »Neue Formen der Malerei« an der Akademie der bildenden Künste in Mainz. 2017 war Peckl Vertretungsprofessur für Malerei an der Akademie der bildenden Künste in Karlsruhe.  

 

 

Den typischen Maler stellt man sich mit Pinsel und Farben vor, Manfred Peckl ersetzt diese Materialien durch die künstlerische Strategie der Wiederverwertung, indem er Reklameplakate oder Landkarten in ihre Einzelteile filetiert und neu zusammensetzt. Mit Pinsel und Kleister erschafft er Landschaften, Seestücke und Inselparadiese, die im ersten Moment den Betrachter in die Irre leiten. Mit der Zerstörung als Ausgangspunkt, geht Peckl Werbeplakaten, mit ihren vielsagenden Slogans und weitreichenden Versprechungen, an den Kragen und kreiert mit Farbe und Form eine vollkommen neue Bildsprache, eine anarchistische Welt im Moment der Ruhe nach dem Sturm. 

»Ein Paradiesversprechen, großformatig als Plakat im öffentlichen Raum geschworen, ist Ausgangspunkt für das Bild. Das Werbeplakat eines Touristikunternehmens wird in seine motivischen Einzelteile zerlegt und neu arrangiert. Die Bilder der Ferienindustrie sind hier gleichermaßen Material und Motiv für die Transformation zur Kunst. Der Exotismus wird exorziert. Die Poesie des global gleichgeschalteten Traums wird mit der auf den ersten Blick noch verborgenen Poesie einer Unheilsankündigung konfrontiert. FUCK sobald der Urwald betreten wird: FUCK, sobald die Komfortzone verlassen wird. Sich wiederholende Elemente irritieren. Das uns so Vertraute, die Gewissheit der ständig allgemein verfügbaren Ware Welt ist entlarvt als rein systemimmanentes Angebot. Jetzt, da das System sich selbst zu retten sucht, muss die eigene Suche über das System hinaus gehen. Die sich sonst schnell drehende Welt als Konsumoberfläche macht Pause, wir können nun eindringen in die Tiefen, Strukturen verändern, neu arrangieren. Die neue Selbstbeschränkung ist eine Chance. Art rules!«
 

Künstlerstatement von Manfred Peck zu seiner Arbeit »Kunst im öffentlichen Traum«. 

Text: Barbara Green, Foto: Meike Kenn

@2020 / contemplatio / Berlin